Das ist ein Überfall.

Das Stockholm Syndrome nimmt jeden gefangen.

Mit Café Racern hat die Schmiede Unique Custom Cycles eigentlich wenig zu tun. Doch als die schwedischen Customizer eine R nineT in die Hand bekommen, schrauben sie in Rekordzeit ein Bike zusammen, das fesselnd ist wie eine Geiselnahme.

Steckbrief

Bike

Stockholm Syndrome

Schmiede

Unique Custom Cycles

Customizer

Ronna Norén und Gordon Roth

Basis

R nineT

Bau/Umbau

2014/2014

Kategorie

Cafe Racer

Bauen, Essen, Schlafen

Der Begriff Stockholm-Syndrom beschreibt eine fast unvorstellbare Situation: Bei einer Geiselnahme bauen die Opfer ein positives emotionales Verhältnis zu den Tätern auf, sie sympathisieren und kooperieren mit ihnen. Das Bike Stockholm Syndrome von Unique Custom Cycles (UCC) erzeugt dagegen eine sehr vorstellbare Situation: Es nimmt mit seinem Äußeren sofort gefangen, ein positives emotionales Verhältnis zur Maschine wird aufgebaut. Der Fahrer sympathisiert und kooperiert.

Die ersten „Opfer“ des Stockholm Syndromes waren Ronna Norén und Gordon Roth. Für ihr Schicksal waren sie selbst verantwortlich. Als sie ein Angebot von BMW Motorrad annahmen, eine R nineT umzubauen, brachten sie sich selbst in diese Lage. Eigentlich sind die beiden Schweden in der Customizing-Szene führend für Langgabel-Chopper. Auf ihr Konto gehen zudem einige der schnellsten europäischen Dragbikes: Streetbikes, Pro-Stocks, aufgeladene Top-Fueler und gewaltige Super-Twin-Monster.

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Es erinnert uns an die 1970er- und 80er-Jahre, als es beim Motorradfahren einfach nur um Spaß ging und darum, ein Motorrad nach dem eigenen Geschmack zu verändern.

Ronna Norén

Unique Custom Cycles

Vor der Aufgabe die R nineT zu gestalten, schreckten die beiden deswegen aber nicht zurück. „Die Custom Roadster-Szene wächst kontinuierlich und bringt neues und junges Blut in die Motorrad-Community“, erklärt Ronna, „das ist gut für uns alle.“

Gordon und ihm blieb allerdings wenig Zeit, ihre Vorstellungen vom Umbau der R nineT umzusetzen. Bis zur berühmte Custom Bike Show im schwedischen Norrtälje sollte die letzte Schraube festgezogen, die blaue Metallicfarbe getrocknet und die Speichenräder in klassischen Dimensionen poliert sein. Die Deadline: fünf Wochen. Für Gordon und Ronna hießt das: 35 Tage bauen, essen, schlafen. Und alles wieder von vorne. Das Stockholm Syndrome nahm sie gefangen. „Generell fällt es uns nicht schwer, Komponenten zu entwickeln und zu bauen. Wenn wir ein Problem beim Bau des Stockholm Syndromes hatten, dann war es die mangelnde Zeit“, gesteht Ronna.

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Das Bike im Detail

Rahmen

Kürzerer Heckrahmen

Bodywork

flacherer Benzintank, Einmannsitzbank, Krümmerrohre, Ölkühler

Vorderradführung

Telegabel mit um drei Grad gereckten Gabelbrücken von Tolle Engineering, vordere Bremsanlage mit Sechskolben-Zangen, schwimmend gelagerte 320 mm-Scheiben mit integrierten ABS-Sensoren und vollständig justierbarer Brems- und Kupplungszylinder von ISR Brakes

Hinterradführung

Spezielles Federbein und einen Lenkungsdämpfer in typischer Goldoberfläche für die 1200er BMW, hintere Bremsanalage Vierkolben-Zange

Auspuff

UCC

Paint

Blau metallic

UCC hält dem Druck stand.

Der Benzintank war so ein selbstgebautes Teil. Er beruht zwar auf dem Original, doch die Silhouette wurde flacher, dadurch bekam das Bike die gewünschte dynamische Optik. Auch der kürzere Heckrahmen, die Einmannsitzbank und die Krümmerrohre entstanden in der eigenen Werkstatt. Der Ölkühler stammt aus dem eigenen Zubehörprogramm.

Das Team um Ronna und Gordon hielt dem Druck stand, die Geiselnahme durch das Stockholm Syndrome überstand es erschöpft, aber glücklich. Das Ergebnis: eine klassisch-sportliche Linie, ein traditionell schlanker Café Racer. Zu ihrem Bike haben Ronna und Gordon während der Zeit übrigens ein positives emotionales Verhältnis aufgebaut. Stockholm-Syndrom eben.

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