Herr der Enduro.

Dirk Thelen überwindet auf der BMW F 850 GS die Hürden der Enduro d’Agadir.

Für Dirk Thelen geht es schonungslos nur in eine Richtung: nach vorne, immer weiter. Wo andere Teilnehmer der viertägigen Enduro d’Agadir auf ihren Hard-Enduros felsigen Schotter, sandige Pisten und lehmigen Schlamm überwinden, hält der vierfache deutsche Enduro-Meister locker und souverän mit – auf der neuen F 850 GS. Eine langstreckentaugliche Reiseenduro auf ganz hartem Prüfstand und Terrain, quer durch Marokko. 

Warten auf die Magie.

Wenn im südöstlich gelegenen Tafraoute die Morgensonne aufgeht, schimmern die Höhen des Antiatlasgebirges in einem magisch leuchtenden Rot. So kennt Dirk Thelen die gleichermassen karge wie beeindruckende Felslandschaft des nordafrikanischen Staates. Diese faszinierenden Momente hat er oft erlebt – bereits zum neunten Mal nimmt der versierte Könner an der Enduro d’Agadir teil. Und er kommt immer erfolgreich auf den BMW Motorrädern im Ziel an – ob auf einer HP2 Enduro, F 650 GS, F 800 GS, R 1200 GS oder nun auf der brandneuen F 850 GS. Doch dieses Mal ist zu Beginn der viertägigen Enduro nicht viel von der üblichen Magie zu spüren, und kein roter Schein zu sehen. Noch nicht. 

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Wasser bis zur Sitzbank.

Die Wetterkapriolen sind eine echte Herausforderung für die rund 50 Fahrer. Neun Grad Celsius und Dauerregen machen die ersten beiden Tagesetappen sehr schwierig und nahezu unberechenbar. Ein vermeintlich kleiner Fluss schwillt zu einem reissenden Strom an, den die Teilnehmer durchfahren müssen. "Das Wasser ging fast bis zur Sitzbank", erzählt Dirk, der dennoch gekonnt auf der F 850 GS den Strom quert. Einen anderen Teilnehmer reisst es hingegen vom Motorrad, wird 50 Meter abgetrieben. Er kommt mit dem Schrecken davon. Das Bike wird zwei Tage später geborgen, als die Wassermengen wieder zurückgehen.

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Grenzen überschreiten, auf die Zähne beissen.

Ein standhaftes Paar: Fahren bei Wind und Wetter erfordert viel Erfahrung und Durchhaltevermögen.

Grenzen überschreiten, auf die Zähne beissen.

Regen, Wind, nasse Ausrüstung, Biwak – der erste Tag endet aufregend für Dirk. „Am Abend hatte ich allerdings Schüttelfrost.“ In der Nacht herrschen Temperaturen um die fünf Grad, der Wind weht ihm um die Nase. Trotz Mütze, Daunenjacke, Pullover, Socken, langer Hose und Schlafsack zittert er am ganzen Leib. „Da habe ich auf die Zähne gebissen, meine Grenzen überschritten und mir gewünscht, dass es wärmer wird. Das war für mich ein ganz intensives Erlebnis.“ Nach der Nacht im Freien geht es am nächsten Tag für Dirk und die anderen Enduristen wieder in die Felsen. Mittlerweile ist der Untergrund aufgeweicht. Dirk ist besonnen genug, um auch durch tiefen Matsch vorwärts zu pflügen. „Darauf habe ich mich eingestellt, habe das Motorrad entsprechend eingesetzt und bin taktisch klug gefahren.“  

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Der Reiz ist das Unbekannte.

Der Reiz ist das Unbekannte.

Für den mehrfachen deutschen Enduro-Meister ist der Reiz der Enduro d’Agadir mit einem einzigen Wort umfassend beschrieben: das Unbekannte. „Ich kenne die Streckenführung nicht. Manchmal geht es über felsigen Untergrund, dann wieder durch Sand.“ Kein Fahrer weiß, was hinter der nächsten Kehre auf ihn wartet. Keine Schilder, keine Hinweise. Stattdessen wechseln sich Schluchten, felsige Passagen, steile Auf- und Abfahrten sowie anspruchsvolle Geröllwege ab.  

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Überraschungen sind ständige Begleiter.

„Du biegst ab, und im nächsten Augenblick steuerst Du geradewegs auf ein riesiges Schlagloch zu. Jederzeit musst Du damit rechnen, dass plötzlich ein Esel oder ein anderes Tier vor Dir steht.“ Die Kunst ist es, in jeder Situation die Nerven zu behalten, die richtigen Entscheidungen zu treffen und das Motorrad nicht zu beschädigen. „Insofern gilt für mich die Priorität, überhaupt im Ziel anzukommen“, beschreibt Dirk seine Strategie. Zusätzlich reizt den 49-jährigen Fahrer aus der Eifel, dass man sich mit einer BMW Reiseenduro in einem gleichermaßen herausfordernden Gelände wie Starterfeld messen kann. Und dabei absolut konkurrenzfähig ist. 

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In einem Feld wilder Hard-Enduros.

In einem Feld wilder Hard-Enduros.

Die Enduro d’Agadir ist von Natur aus kein leichtes Unterfangen, und auch die Konkurrenz ist ein echter Prüfstein. Denn die Hard-Enduros sind auf den sportlichen Einsatz im Gelände zugeschnitten, wiegen etwa 120 Kilogramm bei einer Leistung zwischen 40 und 55 PS. Dirk erläutert: „Dem gegenüber steht die BMW F 850 GS mit knapp 230 Kilogramm und einer satten Motorleistung von bärenstarken 95 PS. Sobald ich die benötigte Leistung abrufe, ist sie auch da – ein Motorrad, auf das absolut Verlass ist.“ Das Adventure Bike hält den widrigen Bedingungen bestens Stand.  

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Ein Bike, das extrem viel kann.

Lobende Worte für die BMW F 850 GS vom vierfachen deutschen Enduro-Meister.    

Ein Bike, das extrem viel kann.

Dirk lobt die unglaubliche Spurstabilität, den beeindruckenden Geradeauslauf und das zugleich sehr präzise Einlenkverhalten der F 850 GS. „Der Motor marschiert mächtig voran und hat reichlich Drehmoment.“ Auch die geringeren Hebelkräfte und die neue Anti-Hopping-Kupplung weiß Dirk nach tagelangem Einsatz sehr zu schätzen. „Die F 850 GS ist ein absolut geländegängiges Motorrad, dafür sorgt auch das große 21-Zoll-Vorderrad. Dieses Bike kann extrem viel, und ich bin wirklich begeistert von der Performance.“ 

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Der Reiz, die Enduro d'Agadir zu fahren, liegt darin zu zeigen, dass man sich mit einer BMW Reiseenduro in einem gleichermaßen herausfordernden Gelände wie Starterfeld misst. Und dabei absolut konkurrenzfähig ist.

Dirk Thelen, vierfacher Deutscher Enduro-Meister

Sonderprüfung = Leidenszeit.

Sonderprüfung = Leidenszeit.

Von der marokkanischen Hafenstadt Agadir führt die Route der Enduro ins südöstlich gelegene Tafraoute und dann weiter westlich nach Tiznit am Fusse des Antiatlasgebirges. Die vier Tagesetappen sind mal länger, mal kürzer, haben Längen von 174 bis 239 Kilometer. Tag zwei beginnt für Dirk in Tafraoute. Kurz nach dem Start geht es zu einer Sonderprüfung und anschliessend ins Gebirge mit sehr vielen felsigen Auffahrten. „Bei der Sonderprüfung gehe ich ans Limit, fahre aggressiv und zugleich bedacht, damit ich das Maximum rausholen kann. Dann belaste ich das Material, und das Bike muss auch mal leiden. Schliesslich geht es auf Zeit.“ Bei den Sonderprüfungen auf sandigem Untergrund findet Dirk Gefallen an der Traktion des Bikes. Im Gelände schaltet er das ABS aus. „Das Motorrad ist superweich übers Hinterrad zu steuern. Ich habe auf jedem Untergrund gespürt, dass die F 850 GS sauber kontrolliert dahin zu führen ist, wohin ich als Fahrer will.“

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Dirk fährt in Gedanken weiter.

An den darauffolgenden Tagen ist Dirk auf Single Trails mit vielen Steinen unterwegs. Auf den schmalen Pfaden muss er die Abmessungen seines Motorrads immer richtig einschätzen.

Den letzten Tag verbringt er überwiegend auf sandigen Pisten. Welches Terrain er auch befährt: „Es ist wichtig, nicht aufzugeben und keine Fehler zu machen. Und wenn ich Fehler mache, muss ich mit der Konsequenz umgehen und positiv denken.“ Während der Etappen denkt er nicht an den kommenden Tag, er konzentriert sich voll und ganz auf den Augenblick. Dirk ist in seinem Element, geniesst jeden Streckenabschnitt, ist mit jeder Faser seines Körpers voll bei der Sache. „Du musst immer hellwach sein“, sagt der sympathische Sportler, der für das Motorradfahren und den Motorsport brennt. „Ich liebe solche Erlebnisse wie die Enduro d’Agadir. Abends lag ich im Bett – und bin in Gedanken noch weitergefahren.“ 

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Wer nicht fit und trainiert ist, hält bei der Enduro d’Agadir keinen einzigen Tag durch.

Alles hat eine Konsequenz.

In der Heimat hat sich Dirk intensiv auf die Enduro vorbereitet, hat an seiner Fahrtechnik gefeilt und vor allen Dingen seine Kondition trainiert. „Wenn Du körperlich nicht fit bist, hast Du – je nach Etappe und Gelände – keine Chance, den Tag über durchzufahren und ans Ziel zu kommen.“ Alles, was man tut, hat eine Konsequenz, ist sich Dirk sicher. Bei der Enduro d’Agadir fährt er jeden Tag konsequent und konzentriert bis ins Ziel, findet abends Gelegenheiten, das marokkanische Leben einzuatmen. Und erlebt zum Schluss der vier Tage nochmal das Leuchten der roten Granitfelsen. „Das ist wirklich atemberaubend.“     

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